Haar

Wie man Locken aus dem Haar bekommt – Methoden für natürliche Wellen und Locken

Lockiges und welliges Haar birgt enormes Potenzial, kann aber durch falsche Pflege leicht geschädigt werden. Jahrelang war vielen nicht bewusst, dass man widerspenstige Strähnen nicht glätten, sondern einfach lernen kann, sie zu pflegen. Wie man Locken bekommt, ist eine Frage, die sich nicht nur Menschen mit ausgeprägten Locken stellen, sondern auch jene mit sanften Wellen, die ohne die richtige Pflege zu einer formlosen, flauschigen Masse werden.

Die Antwort ist nicht ganz einfach – Locken werden bei 2a-Haar anders erzielt als bei 3c-Haar. Dennoch gibt es einige Prinzipien, die nahezu universell gelten und die man kennen sollte, bevor man zum nächsten Glätteisen greift.

Die Curly-Girl-Methode auf Deutsch – Was diese Pflegeroutine bewirkt?

Die Curly-Girl-Methode ist ein Haarpflegesystem, das von der Stylistin Lorraine Massey entwickelt wurde und in Deutschland erst in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat. Ihr Grundprinzip ist einfach: Alles vermeiden, was die Haarstruktur schädigt und die Locken zerstört. In der Praxis bedeutet dies, auf Sulfate in Shampoos und silikonbasierte Spülungen, die Rückstände hinterlassen, zu verzichten und – in der klassischen Variante der Methode – die Haare mit einem Frotteehandtuch zu trocknen.

Sulfate (SLS, SLES) reinigen das Haar zwar aggressiv, entziehen ihm aber auch seine natürlichen Öle und lockern die Schuppenschicht. Lockiges Haar ist von Natur aus trockener als glattes Haar, da der Talg aufgrund der spiralförmigen Struktur des Haares schlechter abfließen kann. Zusätzliches Trocknen mit einem sulfathaltigen Shampoo führt dazu, dass die Locken ihre Elastizität verlieren und aufquellen, anstatt sich zu kräuseln.

Verwenden Sie statt eines Frotteehandtuchs ein altes Baumwoll-T-Shirt oder ein Mikrofaserhandtuch. Frottee hebt die Schuppenschicht mechanisch an und zerstört die Locken beim Reiben – sanftes Plopping (oder Squish-to-Condish) hilft, die Lockenform von Beginn des Trocknungsprozesses an zu erhalten.

Am besten steigen Sie schrittweise auf die Curly-Girl-Methode um – nicht jeder muss alle Inhaltsstoffe auf einmal weglassen. Beginnen Sie einfach damit, Ihre Wasch- und Trocknungstechnik zu ändern, um schon nach wenigen Wochen erste Ergebnisse zu sehen.

So wäschst du lockiges Haar mit der Cowash-Methode

Cowash, also die Haarwäsche mit Conditioner statt Shampoo, klingt vielleicht ungewöhnlich, ist aber für lockiges Haar oft die beste Lösung. Conditioner enthält milde Tenside, die das Haar reinigen, ohne ihm die natürlichen Lipide zu entziehen. Das Ergebnis? Das Haar wird mit Feuchtigkeit versorgt, die Schuppenschicht versiegelt und die Locken werden definierter.

Cowash ist jedoch nicht für jeden geeignet – Menschen mit feinem Haar oder einer Neigung zu fettigem Haar können das Gefühl haben, das Haar sei beschwert. In diesem Fall ist es besser, ein mildes, sulfatfreies Shampoo, auch bekannt als Low-Poo-Shampoo, zu verwenden und zwischen den Cowash-Anwendungen abzuwechseln.

Plopping – eine Technik, die Locken direkt nach dem Waschen fixiert

Beim Plopping wird das nasse Haar direkt nach dem Auftragen der Stylingprodukte für 20–30 Minuten in ein T-Shirt gewickelt. Das Haar liegt so am Kopf an, die Schwerkraft dehnt die Locken nicht, und die Baumwolle saugt überschüssiges Wasser sanft auf, ohne die Locken zu brechen.

Die Technik funktioniert folgendermaßen: Man legt ein T-Shirt flach hin, platziert den Kopf in der Mitte des Shirts und wickelt es um den Kopf. Nach dem Ausrollen hat das Haar bereits die gewünschte Form – man muss es nur noch trocknen lassen, ohne es zu berühren, bis es vollständig trocken ist.

Methoden für Wellen ohne Lockenstab

Nicht jeder möchte Hitze anwenden – und das aus gutem Grund, denn die regelmäßige Verwendung von Lockenstab oder Kreppeisen führt mit der Zeit zum Verlust der natürlichen Locken. Es gibt verschiedene Techniken, mit denen Sie Wellen und Locken ohne hohe Hitze kreieren können. Bei regelmäßiger Anwendung können diese Techniken Ihre natürliche Haarstruktur dauerhaft erhalten.

Die beliebtesten Methoden ohne Hitze:

  • Eindrehen – Teilen Sie Ihr Haar in Partien, drehen Sie jede Partie zu einem Knoten und lassen Sie sie trocknen. Nach dem Öffnen erhalten Sie je nach Dicke der Partie definierte, schwungvolle Locken oder Wellen.
  • Flechten – Flechten Sie Ihr nasses Haar und lassen Sie es über Nacht trocknen. Die Wellen sind weich, natürlich und ihre Form hängt von der Anzahl und Dicke der Zöpfe ab.
  • Fingerwickeln – Drehen Sie jede Locke von der Wurzel bis zur Spitze um Ihren Finger, um eine präzise Form zu erzielen. Diese Methode ist zeitaufwändig, liefert aber sehr definierte Ergebnisse.
  • Flexi-Lockenwickler – Flexible Lockenwickler werden in das nasse oder feuchte Haar eingedreht und an der Luft getrocknet. Sie ermöglichen Locken ähnlich wie mit einem Lockenstab, jedoch ohne Hitze.
  • Pixie-Diffusor – Eine Trocknungstechnik, bei der Sie Ihr Haar in Partien in einen Diffusor geben und es ungeteilt an den Kopf drücken.

Diese Methoden erzielen die besten Ergebnisse, wenn das Haar ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt und mit einem Stylingprodukt – Gel, Creme oder einer Kombination aus beidem – umhüllt ist. Trockenes Haar ohne Stylingprodukte hält Locken nicht so gut.

So definieren Sie Ihre Locken mit Stylingprodukten

Die Wahl der richtigen Produkte entscheidet oft darüber, ob das Haar gepflegt und definiert oder klebrig und kraus aussieht. Der Markt für Lockenpflegeprodukte hat sich stark weiterentwickelt – heute findet man problemlos Produkte, die speziell für verschiedene Lockentypen entwickelt wurden.

Ein Basis-Set besteht üblicherweise aus einem Leave-in-Conditioner, einer Stylingcreme und einem Gel. Diese werden in dieser Reihenfolge ins nasse Haar eingearbeitet – jedes nachfolgende Produkt fixiert das vorherige. Das Gel bildet einen sogenannten „Cast“, der beim Trocknen eine feste Verbindung zwischen den Locken herstellt. Nach dem Trocknen wird dieser Cast mit den Händen oder einigen Tropfen Öl aufgelockert – man nennt dies „den Crunch auskneten“. Die Locken werden weich, behalten aber ihre Definition.

Haardicke und -typ bestimmen, welche Produkte am besten geeignet sind:

  • Feines Haar mit leichten Wellen reagiert gut auf leichte Gele und Mousses – schwere Cremes können es beschweren und die Wellen dehnen.
  • Dicke, schwungvolle Locken benötigen stärkere Cremes und Gele mit höherer Viskosität, um ihre Form den ganzen Tag über zu halten.
  • Haar mit hoher Porosität (geschädigtes, coloriertes Haar) absorbiert Produkte schneller und benötigt oft größere Mengen oder mehrere Schichten.

Experimentieren mit der Menge ist unvermeidlich – die gleiche Menge Gel kann für das Haar einer Person perfekt sein und für das Haar einer anderen Person eine klebrige Angelegenheit. Am besten beginnt man mit kleinen Mengen und steigert diese allmählich.

Lockiges Haar – Pflege zwischen den Haarwäschen

Für viele ist es schwieriger, die Locken zwischen den Haarwäschen zu erhalten, als nasses Haar zu stylen. Trockenes, lockiges Haar verliert an Definition, neigt zu Frizz und verknotet sich – besonders, wenn man ohne ausreichenden Schutz schläft.

Eine der wichtigsten Gewohnheiten ist es, auf einem Kissenbezug aus Seide oder Satin zu schlafen oder das Haar in ein Seidentuch (Satinhaube oder -schal) zu wickeln. Baumwolle entzieht dem Haar Feuchtigkeit und erzeugt Reibung, die die Lockenstruktur zerstört – Seide und Satin gleiten sanft durchs Haar, ohne die Locken zu beeinträchtigen.

Um das Haar zwischen den Haarwäschen aufzufrischen, sprühen Sie Wasser oder ein verdünntes Produkt auf trockenes oder leicht feuchtes Haar und formen Sie die Locken anschließend sanft. Sie können dem Wasser etwas Spülung oder Öl hinzufügen. Wichtig ist, trockenes, lockiges Haar nicht zu kämmen – Bürsten oder Kämmen auf trockenen Locken zerstört die Lockenstruktur und erzeugt Frizz.

Entwirren Sie Ihr Haar nur im nassen oder sehr feuchten Zustand, am besten unter der Dusche mit reichlich Spülung. Zum Locken verwenden Sie besser Ihre Finger als eine Bürste – sie reißen die natürlich verfilzten Haarsträhnen nicht aus.

Wie Sie Locken ohne Lockenstab durch Kontinuität erzielen?

Regelmäßigkeit und Kontinuität sind für lockiges Haar wichtiger als einmalige, teure Behandlungen. Das Haar „lernt“ seine Lockenstruktur: Wird es über mehrere Monate hinweg ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt, vor Hitze geschützt und in seine natürliche Form gestylt, kehrt seine Struktur allmählich zu ihrer ursprünglichen Form zurück.

Wie lange es dauert, bis eine sichtbare Verbesserung eintritt, hängt vom Ausgangszustand ab. Regelmäßig geglättetes Haar benötigt in der Regel 3–6 Monate, um seine natürliche Lockenstruktur wiederherzustellen – und das auch nur im nachgewachsenen Haar, da einmal durch Hitze geschädigtes Haar nicht in seine ursprüngliche Form zurückkehrt. Daher entscheiden sich manche für einen radikalen Haarschnitt, bei dem die Haare bis zum Ansatz geschnitten werden, um so schnell wie möglich nur mit der gesunden Haarstruktur zu arbeiten.

Geduld ist hier unerlässlich – die Ergebnisse zeigen sich nicht innerhalb einer Woche, aber die systematische Anwendung der richtigen Techniken führt zu Resultaten, die kein temporäres Styling ersetzen kann.

Wie man natürliche Locken mit verschiedenen Lockentypen optimiert?

Die Typologie von lockigem Haar unterteilt das Haar in Kategorien von 2a (leichte Wellen) bis 4c (sehr enge, dichte Locken). Methoden, die bei einem Haartyp die Lockenpracht verstärken, funktionieren möglicherweise bei einem anderen nicht – daher ermöglicht die Kenntnis des eigenen Haartyps eine bessere Auswahl an Techniken und Produkten.

Lockentyp Eigenschaften Lockenextraktionstechniken
2a–2b Sanfte Wellen, leicht zu glätten Leichter Schaumfestiger oder Gel, Plopping, keine schweren Cremes
2c–3a Definierte Wellen oder lockere Locken Eine Kombination aus Creme und Gel, Pixie-Diffusor-Technik und Fingercouching
3b–3c Sprungkräftige, definierte Locken Cremige Leave-in-Pflege + starkes Gel, Eindrehen, Flexi-Rods
4a–4c Sehr enge Locken, starkes Schrumpfen Viel Feuchtigkeit, Eindrehen, Hochsteckfrisuren und schützende Hochsteckfrisuren

Der Längenverlust zwischen trockenem und nassem Haar ist bei Typ 4 am größten und kann 50–70 % betragen. Das ist normal – es bedeutet nicht, dass die Locken nicht wachsen, sondern nur, dass ihre Struktur ein so schnelles Längenwachstum wie bei Typ-2-Wellen nicht zulässt.

Unabhängig vom Haartyp ist die richtige Feuchtigkeitsversorgung entscheidend. Ohne Feuchtigkeit kann keine Technik die Locken effektiv betonen. Deshalb erzielt die LOC-Methode (Liquid, Oil, Cream) bei konsequenter Anwendung bessere Ergebnisse als selbst die teuersten Stylingprodukte auf trockenem, dehydriertem Haar.

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