Eine gut gewählte Farbpalette kann das Gesicht zum Strahlen bringen, den Hautton ausgleichen und das gesamte Outfit harmonisch wirken lassen – ganz ohne zusätzliches Make-up. Das Problem ist, dass die meisten von uns Farben intuitiv auswählen, geleitet von unserem Geschmack, nicht von dem, was uns tatsächlich steht. Das Ergebnis? Eine Bluse, die an sich wunderschön ist, lässt unser Gesicht aber müde wirken. Eine Farbanalyse löst dieses Problem systematisch – und erste Ergebnisse sind ganz ohne Besuch beim Stylisten möglich.
So bestimmen Sie Ihren Farbtyp – Warmer oder kühler Hautunterton?
Bevor wir uns einer bestimmten Jahreszeit oder Farbpalette zuordnen, müssen wir eine grundlegende Frage beantworten: Hat unsere Haut einen warmen oder kühlen Unterton? Dies ist einer der wichtigsten Schritte der gesamten Analyse, denn die Antwort auf die Frage nach dem Hautton bestimmt, welche Farben unseren Teint unterstreichen und welche ihn fahl wirken lassen.
So bestimmen Sie Ihren Hautunterton selbst
Der Hautunterton ist die Farbe, die unter der Hautoberfläche sichtbar ist – er sollte nicht mit der Hautfarbe (hell, dunkel oder gebräunt) verwechselt werden. Helle und dunkle Haut können denselben Unterton haben. Der einfachste Test wird bei natürlichem Tageslicht durchgeführt:
Blauviolette Adern an der Innenseite Ihres Handgelenks deuten auf einen kühlen Unterton hin. Grünliche oder olivfarbene Adern weisen auf einen warmen Unterton hin. Sehen Sie eine Mischung aus beidem, haben Sie wahrscheinlich einen neutralen Unterton.
Eine weitere Methode ist der Test mit Metall: Goldschmuck, der zu Ihrem Hautton passt, deutet auf einen warmen Unterton hin, Silberschmuck auf einen kühlen. Stimmen beide Farben, haben Sie einen neutralen Unterton. Es lohnt sich, diese Tests gemeinsam zu überprüfen, da kein einzelner Test hundertprozentige Sicherheit bietet.
Was Sie bei der Bestimmung Ihres Hauttyps noch beachten sollten?
Der Hautunterton ist wichtig, aber die Farbanalyse berücksichtigt auch Ihre natürliche Haar- und Irisfarbe. Das klassische Vier-Jahreszeiten-System kombiniert diese drei Merkmale zu einem stimmigen Gesamtbild. Kühle, helle Haut mit blonden Haaren und blauen Augen ist typisch für den Frühlings- oder Sommertyp. Warme, goldene Haut mit braunen Augen und dunklen Haaren steht für den Herbst- oder warmen Frühlingstyp. Der Kontrast zwischen allen Merkmalen (sehr helle Haut und sehr dunkle Haare) deutet auf den Wintertyp hin.
Frühlings- und Sommertypen – Farben, die zu kühler und warmer Helligkeit passen
Das Jahreszeitensystem unterscheidet nicht nur die Farbtemperatur, sondern auch Farbsättigung und -tiefe. Frühling und Sommer sind helle Typen, obwohl sie sich in ihren Untertönen unterscheiden. Dunkle Typen – Herbst und Winter – werden wir im nächsten Abschnitt behandeln.
Der Frühlingstyp hat einen warmen und einen hellen Hautton. Farben, die ihm stehen, sind vor allem warme, helle Töne: Lachs, Pfirsich, Koralle, helles Grasgrün, Beige mit gelbem Unterton und warme Goldgelbtöne. Frühlingstypen sehen in Camel oft toll aus, in Schwarz hingegen weniger – letzteres lässt ihren Teint oft erdrückend wirken.
Der Sommertyp hat einen kühlen Hautton und relativ helle Haut. Farben, die ihm stehen, sind gedeckt mit einem bläulichen oder rosafarbenen Schimmer: Lavendel, Puderrosa, Eisblau, verschiedene Grautöne (von Silber bis Stahlgrau) und Weiß mit kühlem Unterton. Der Sommertyp sieht in kräftigem Orange oder Camel meist weniger gut aus – warme, intensive Farben können grell oder unharmonisch wirken.
Für beide Typen ist ein guter Test, eine Bluse in einer potenziell passenden Farbe anzuprobieren und die Haut im Spiegel zu betrachten: Wirkt das Gesicht frisch oder müde? Sind Augenringe weniger sichtbar? So finden Sie in der Praxis die passenden Farben für Ihren Teint.
Herbst- und Wintertypen – Kleidungsfarben für dunkle Hauttöne
Der Herbsttyp und seine satte, warme Farbpalette
„Herbst“ steht für einen warmen Unterton, der jedoch tiefer und satter ist als der des Frühlings. Der Teint ist oft golden, oliv oder braun, die Haarfarbe kann rot, kastanienbraun oder dunkelbraun sein und die Augenfarbe bernsteinfarben, grün oder dunkelbraun. Die „Herbst“-Palette umfasst alle Farben, die wir mit dieser Jahreszeit verbinden: Rostrot, Terrakotta, Senfgelb, Olivgrün, warmes Schokoladenbraun, warmes Burgunderrot und dunkles Korallenrot.
Menschen mit dem Herbsttyp können sehr intensive, satte Farbtöne tragen – und sie stehen ihnen besser als jedem anderen Typ. Kühle Weißtöne oder Pastellblau wirken auf diesem Teint oft blass. Kleidungsfarben für einen „Herbst“-Hautton sollten immer einen warmen Unterton haben – selbst Marineblau wirkt mit einem bräunlichen Schimmer besser als in einer eisigen Variante.
Wintertyp – Markante Kontraste und kühle Tiefe
Der Wintertyp zeichnet sich durch die stärksten Kontraste aus: meist sehr helle oder tiefdunkle Haut mit einem deutlich kühlen Unterton, dunkles Haar und intensive Augen (schwarz, dunkelbraun, graugrün). Nur dieser Typ kommt in Schwarz-Weiß wirklich gut zur Geltung – gerade wegen des hohen natürlichen Kontrasts.
Winterfarben umfassen tiefes Schwarz, Eisweiß, Königsblau, Saphirblau, Smaragdgrün, reines Magenta, kühles Rot und intensives Marineblau. Wintertypen stehen gedeckten, dunklen Farben nicht gut – cremeweiße, gedeckte Beige- oder sandfarbene Oberteile können einen kränklich oder überarbeitet wirken lassen.
Farbanalyse, Make-up und Accessoires – So gelingt der perfekte Look
Die Kenntnis Ihres Farbtyps beeinflusst nicht nur Ihre Kleidungswahl. Dasselbe gilt für Make-up, insbesondere für die Nuance von Puder, Foundation, Lippenstift und Lidschatten. Die Farbanalyse hilft auch bei der Auswahl von Brillen, Schals und Schmuck – alles, was das Gesicht umrahmt.
Bei der Wahl des Metalls für Schmuck gilt eine einfache Regel: Warme Typen (Frühling, Herbst) sehen in Gold und Messing besser aus, während kühle Typen (Sommer, Winter) in Silber, Platin oder Roségold mit einem kühleren Unterton besser wirken. Neutrale Typen haben freie Wahl.
Sobald wir wissen, welche Farben uns stehen, fällt es uns leichter, eine solide Garderobenbasis aufzubauen. Wir ergänzen unsere neutrale Basis mit Farben, die zu unserem Typ passen:
- Frühlingstyp: Basis in Camel, Creme und warmem Beige
- Sommertyp: Basis in Hellgrau, Hellblau und kühlem Rosa
- Herbsttyp: Basis in Dunkelbraun, Oliv und Rostbraun
- Wintertyp: Basis in Schwarz, kühlem Weiß und Anthrazit.
Dank dieser Basis lässt sich praktisch jedes Kleidungsstück kombinieren – und alles wirkt harmonisch.
Farbfehler und wie man sie vermeidet
Selbst wenn wir unseren Typ kennen, tappen wir leicht in einige Fallen. Die erste ist künstliches Licht in Geschäften: Neonröhren verändern die Farbwahrnehmung und können einen Farbton, der in der Umkleidekabine gut aussieht, im natürlichen Licht völlig unpassend wirken lassen. Es ist ratsam, die Kleidung möglichst nah am Fenster zu tragen oder tagsüber in einem Geschäft mit Tageslicht einzukaufen.
Ein weiterer häufiger Fehler ist die Verwechslung von Hautton und Unterton. Bei einem warmen Hautunterton können Sie sehr hellhäutig sein; in diesem Fall sind Beige- und Lachstöne eine bessere Wahl als kühle Pastellfarben, die auf dem Teint „verschwinden“. Umgekehrt sieht dunkle Haut mit einem kühlen Unterton in kühlen Burgunder- und Marineblautönen toll aus, nicht aber in Terrakotta.
Die dritte Falle ist, an einer Lieblingsfarbe festzuhalten, die uns nicht steht. Wenn wir einen bestimmten Farbton lieben, er uns aber nicht schmeichelt, sollten wir ihn möglichst weit vom Gesicht entfernt tragen. Blusen, Pullover und Jacken haben den größten Einfluss auf den Teint, da sie das Gesicht direkt umrahmen. Bei Hosen, Schuhen und Handtaschen sind Farben außerhalb unserer Farbpalette eine viel sicherere Wahl – sie beeinflussen den Hautton nicht so stark.
Bei der Farbwahl für Ihren Teint geht es nicht darum, eine strikte Liste akzeptabler Farbtöne zu erstellen. Es geht darum zu verstehen, wie der Farbton mit Ihrem Hautton interagiert – und dieses Wissen bewusst einzusetzen, wenn Sie den gewünschten Effekt erzielen möchten. Der Rest ist eine Frage des Geschmacks, des Stils und des Kontexts.



